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Die Botschaft der hl. Thérèse von Lisieux

"Ich habe nie etwas anderes gesucht als die Wahrheit."

Zweifelsohne - die Botschaft der hl. Thérèse von Lisieux ist die Botschaft Gottes für die Menschen des 20./21. Jahrhunderts. Es ist der Ruf des liebenden Vaters im Himmel an die Menschen, seine barmherzige Liebe nicht abzuweisen, die er frei schenken möchte. Er sucht die Menschen, die sie mit kindlichem Vertrauen annehmen. Die barmherzige Liebe ist die Antwort Gottes auf die Abkehr des Menschen von Gott in der heutigen Zeit. Sie gilt jedem Menschen, besonders jenen, die in tiefes Leid und große Schuld verstrickt sind.

Es ist Gottes größte Sehnsucht, Gemeinschaft mit dem Menschen zu haben, den er aus Liebe geschaffen hat. Jeder Mensch ist jedoch mit Schuld belastet, die der Gemeinschaft mit Gott entgegensteht, denn Gott ist heilig. Der Mensch bedarf der Befreiung von seiner Schuld, um in volle Gemeinschaft mit Gott gelangen zu können. Darum sandte Gott seinen einzigen Sohn Jesus Christus, damit dieser die trennende Schuld der Menschen auf sich nehme und sie durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung von den Toten tilge. Deshalb findet der Mensch in ihm alleine Vergebung seiner Schuld und den Zugang zum Vater. Jesus ist das Tor zum Vater, durch das jeder Mensch eintreten muss, der das ewige Leben erlangen will. "Durch das Tor Jesu eintreten" bedeutet konkret, dass der Mensch sich auf einen Prozess einläßt, der ihn Schritt für Schritt in Jesus Christus verwandelt. Dieser Prozess der Umwandlung ist ein geistlicher Weg!

Das Ziel jedes geistlichen Weges und Lebens ist also Jesus Christus, der Auferstandene, der in der Kraft seines Geistes in jedem getauften Menschen lebt. In der Taufe wird die ganze Fülle des Lebens des dreifaltigen Gottes (Vater, Sohn und Heiliger Geist) - einem Samenkorn gleich - in den Menschen gelegt. Durch das geistliche Leben soll das "Samenkorn" im Menschen aufgehen und wachsen. Gott will also wachsen in jedem Menschen, auf dass der Mensch immer mehr Gott ähnlich werde, indem er im Bild der Braut und des Bräutigams sich im Geiste mit Jesus Christus vermähle: eine wachsende Vereinigung, die sich erst im Tod des Menschen vollendet. Dazu ist der Mensch berufen, das ist die Aufgabe, die jedem Menschen aufgetragen ist: Jesus Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen.

Es ist der Wunsch des himmlischen Vaters, dass er in jedem Menschen seinen vielgeliebten Sohn (in vollendeter Gestalt) sehen kann. Die Menschwerdung Jesu Christi ist daher noch nicht abgeschlossen. Sie soll in den Menschen aller Zeiten fortgesetzt werden und zwar durch Maria, der Mutter Gottes. Denn wie einst Jesus Christus in ihrem Schoß heranwuchs und durch sie in diese Welt kam, so sollen die Menschen auch durch sie immerfort auf mystische Weise in "neue Christusse" geboren werden.

Maria, die Mutter Gottes, ist also der Ort, in dem sich die Menschwerdung Gottes vollzieht, damals wie heute: In Maria wird der Mensch in Gott durch Teilhabe verwandelt, er wird vergöttlicht, wie einige Kirchenväter sagen. Jesus gab am Kreuz sterbend seine Mutter den Menschen zur Mutter, sie wurde zur Mutter der Kirche. Ihre universale Mutterschaft beinhaltet Mittlerschaft, Fürsprache und Teilhabe am Erlösungswerk Jesu Christi und drückt sich darin aus.

Um auf dem geistlichen Weg in der Vereinigung mit Jesus Christus voran zu schreiten, ist es für den Mensch von zentraler Bedeutung, sich Gott durch die Hände Mariens zu weihen. Zu empfehlen ist z.B. die 33tägige Weihe an Maria nach Ludwig Maria Grignion von Montfort, in der alle Aspekte des Menschseins (Gefühle, Denken, Bindungen, Beziehungen, Willen etc.) bewußt Maria übergeben werden, damit sie alles in Christus umwandeln kann. Maria ist die unbefleckte Empfängnis, d.h. sie ist von Beginn ihres Lebens ohne Sünde und daher auf vollkommene Weise mit dem Willen ihres Sohnes vereint. Das Herz Jesu und das Herz Mariens sind eins! Alles was der Mensch durch die Weihe Maria übergibt, gibt er Jesus. Sie behält nichts für sich zurück, sie ist ganz und gar auf Christus ausgerichtet. Indem der Mensch durch Maria zu Jesus kommt, erfreut er Jesus, denn er sieht dann im Menschen Maria, die alle Mängel durch ihre Schätze der Liebe ausgleicht. Maria ist derjenige Mensch, der wie kein anderer ihren Sohn kennt. Sie ist berufen, ihre universale Mutterschaft an den Menschen auszuüben.


Der kleine Weg - der geistliche Weg nach Thérèse von Lisieux

"Mein Weg zu Gott ist Liebe, Hingabe und Vertrauen"

Der geistliche Weg der kleinen Thérèse ist der Weg der geistlichen Kindschaft, er wird auch "der kleine Weg" genannt. "Klein" nennt man diesen Weg, weil er zum einen nichts "Außergewöhnliches" fordert und daher von jedem Menschen gegangen werden kann. Zum anderen, weil der Mensch eingeladen ist, seine eigene Armut und Kleinheit bewußt zu bejahen, um von Gott die wahre Größe zu erlangen, die er denen verleiht, die sich von ihm abhängig machen. Es ist ein Weg des Vertrauens und der vollkommenen Hingabe an den Willen des Vaters, der den ganzen Menschen fordert und in den Dienst nimmt.

Nicht das "Außergewöhnliche", sondern das "Gewöhnliche" außergewöhnlich gut zu vollbringen war ihr Leitbild. Nicht "was" sie getan hat, sondern "wie" sie es getan hat, hat sie ausgezeichnet.

Thérèse schreibt: "Jesus zeigt uns, dass es die kleinsten aus Liebe vollbrachten Handlungen sind, die ihn gefangennehmen! ... Käme es darauf an, große Dinge zu tun, wie wären wir zu bedauern? ... Doch wie glücklich sind wir, weil Jesus sich durch die kleinsten Dinge fesseln lässt ... Es sind die kleinen Kreuze, die unsere ganze Freude ausmachen. Sie sind alltäglicher als die schweren und bereiten das Herz, diese anzunehmen, wenn es der Wille unseres guten Meisters ist. Man muss alles tun, was in unseren Kräften liegt: geben, ohne zu zählen, sich ständig loslassen, mit einem Wort, seine Liebe durch all die kleinen Werke, deren man fähig ist, zu beweisen."

Und weiter schreibt sie über den "kleinen Weg" der geistlichen Kindschaft: "Auf diese Weise wird sich unser Leben verzehren ... Wir haben kein anderes Mittel, um Gott unsere Liebe zu erzeigen, als uns kein kleines Opfer entgehen zu lassen, keinen Blick, kein Wort, aus den kleinsten Dingen nutzen zu ziehen und sie aus Liebe zu tun. Wenn wir immer treu bleiben, indem wir ihn in den kleinen Dingen erfreuen, dann wird er sich verpflichtet fühlen, uns in den großen beizustehen. Das ist die Hoffnung der kleinen Seelen, die auf dem Weg der geistlichen Kindschaft "laufen". Ich sage "laufen" und nicht "sich darauf ausruhen"."